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Kirche Baruth

Baruth soll schon 1025 der Herrensitz eines Nikolaus von Gersdorf gewesen sein, der dem Ort die Namen seiner beiden Kinder Babo und Ruth gegeben haben soll. 1180 wurde der Name Baruth erstmals durch Utha von Baruth, die mit Konrad von Kittlitz vermählt wurde, erwähnt.
Der Bau der heutigen Kirche in Baruth erfolgte 1704/1705. Der Turm wurde 1768 errichtet.

Während des Napolionischen Krieges brannte das Dorf am 21. Mai 1813 fast vollständig nieder. Auch die Kirche wurde schwer beschädigt. Auf den Resten erbaute man das heutige Gotteshaus, wobei die äußere Gestalt des Vorgängerhauses erhalten blieb. Am 1. Advent des Jahres 1819 wurde die neue Kirche geweiht.

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Wer die Kirche durch den im Westen stehenden Turm betritt, kommt in einen saalartigen, hellen Raum mit jeweils zwei Emporen auf beiden Seiten. Sein Blick wird sogleich auf den Kanzelaltar geführt, der die Sinne des Besuchers auf das Zentrum unseres Glaubens lenkt, auf Wort und Sakrament. Die sehr schlichte, fast schmucklose und farblich zurückhaltende klassizistische Ausstattung soll vor jeglicher Ablenkung während des Gottesdienstes bewahren.

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Eine Besonderheit in der Baruther Kirche gibt es seit etwa zweieinhalb Jahren und so mancher Besucher staunt. Denn neben der großen Orgel auf der Orgelempore überrascht eine kleine Orgel im Altarraum die Besucher.
Die Gottesdienste werden zumeist von der großen Orgel begleitet, doch kann auch die kleinere von beiden für das Begleiten von Musik im Altarbereich und für Andachten genutzt werden. Aber auch gemeinsam können beide Orgeln musizieren, wie wir es im Konzert im September 2020 gehört haben.
Während der Zeit des Glocken- und Turmbaus der Baruther Kirche in den zurückliegenden Jahren, in der eine längere Zeit wegen Bauarbeiten die große Orgel nicht gespielt werden konnte, kam die Idee auf, die kleine ehemalige Schlosskapellenorgel aus der Winterkirche zu holen und wieder in der Kirche aufzustellen. Die Orgel wurde vor dem Aufstellen im Auftrag der Fam. Lippe-Weißenfeld von der Fa. Eule neu instandgesetzt.
Sie wurde etwa um 1863 vom Bautzener Orgelbauer Leopold Kohl erbaut, wahrscheinlich als Hausorgel und kam dann in die Schlosskapelle. 1950, als der Abriss des Schlosses geplant war, wurde die Orgel von der Kirchgemeinde aus dem Schloss geholt und später in der Winterkirche, einer Loge der Baruther Kirche, aufgestellt, wo sie viele Jahre auch noch zu Gottesdiensten im Winter gespielt wurde.
Die Orgel hat 1 Manual, 4 Register, 221 Pfeifen, aber kein Pedal. 

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Die große Eule-Orgel hat auch noch eine Vorgängerin:
Nach dem Brand 1813, bei dem die Kirche vollständig ausbrannte, wurde von der Kirchgemeinde eine Orgel in Wolkenstein für 200 Taler gekauft und für die Kirche vorgerichtet. Von der Einweihung der Kirche 1819 bis 1875 begleitete diese Orgel den Gesang der Gemeinde.
1875 wurde von Herrmann Eule aus Bautzen eine neue Orgel gefertigt und zum Preis von 6.900 Mark von der Kirchgemeinde erworben. Sie erhielt 19 Register auf zwei Manualen und Pedal und hat 1.250 Pfeifen. Ihr Klang war zunächst hochromantisch, grundtönig und voluminös und veränderte sich bei einer umfassenden Überholung der Orgel im Jahr 1953 durch Neubau und Veränderung von Registern in einen neobarocken Klang, eine Wandlung, die beispielhaft für viele andere Orgeln in ganz Deutschland ist.

Als Besonderheit erhielt die Orgel einen frei stehenden Spieltisch vor der Orgel, so dass der Organist zum Altar blickt. Eine große Seltenheit in der damaligen Orgellandschaft. Nötig war dies wegen der geringen Höhe der Kirche.
Sowohl bei der kleinen, als auch bei der großen Orgel wurden 1917 die Prospektpfeifen aus Zinn für Kriegszwecke ausgebaut und einige Jahre später durch Ersatzprospektpfeifen aus Zink ersetzt.
In den vergangenen Jahrzehnten wurden bei Wartungen der Orgel durch die Fa. Eule und die Fa. Groß kleinere Schäden behoben und Reparaturen vorgenommen. Schon seit einiger Zeit sind nun Störungen bekannt, die nicht mehr im Rahmen einer Wartung behoben werden können, sondern eine Reinigung und Reparatur der gesamten Orgel notwendig machen. Starke Verschmutzungen und hörbare Verstimmungen gaben und geben Anlass, zu handeln.
Deshalb ist geplant und auch vom Kirchenvorstand genehmigt, dass die große Eule-Orgel in Baruth gereinigt und wieder instandgesetzt werden soll.

Wer sich gern finanziell an der Instandsetzung der Baruther Orgel beteiligen möchte, kann Spenden auch über folgendes Konto einzahlen:
Ev.-Luth. Kirchspiel Gröditz
DE 61 8555 0000 10000 0216 92
Kreissparkasse Bautzen
Verwendungszweck: Orgel Baruth

Freuen wir uns darauf, dass die Sanierung bald beginnen und die Baruther Orgel wieder ihren vollen Klang entfalten kann.  

Zu Baruth gehörte ursprünglich ein bedeutendes Schloss, das 1949/50 abgerissen wurde. Dem damaligen Pfarrer Rentsch gelang es, einiges Inventar der Schlosskapelle zu retten, so Teile der kleinen Orgel und den prächtigen Kanzelaltar, der um 1700 möglicherweise von dem berühmten Bildhauer Theodor Pausewein geschaffen worden war. Mit der Darstellung Gottvaters mit dem Reichsapfel und segnender Gebärde, dem gekreuzigten Christus zu dessen Rechten und der Taube thematisiert dieser Altar die Trinität Gottes. Dieser bedeutende Altar fand Platz in der Friedhofskapelle.

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Von November 2019 bis zum Frühjahr 2020 schwiegen die Glocken der Baruther Kirche. Die alten Eisenglocken mussten durch neue Glocken ersetzt werden. Im Frühjahr 2020 erklang zur großen Freude das neue Geläut.

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